Wer zahlt die Miete der Ehewohnung bei der Trennung?

Zieht einer der Eheleute nach erfolgter Trennung aus der Wohnung aus, stellt sich sofort die Frage, wer die Miete zahlt. Sind beide Eheleute Mietvertragspartei, haften sie gegenüber dem Vermieter für die monatliche Mietzahlung in voller Höhe, bis einer der Parteien aus dem Vertragsverhältnis ausgeschieden ist. Anders sieht es mit der Zahlungsverpflichtung der Eheleute im Innenverhältnis aus.

Derjenige, der in der Wohnung verbleibt, muss auch für die Miete allein aufkommen, sofern sich die Eheleute über die alleinige Nutzung zuvor geeinigt haben.

Besteht keine Einigkeit und zieht ein Ehegatte einfach aus der Wohnung aus, wird dem verbleibenden Ehegatten die Wohnung förmlich „aufgezwungen“. Er hat nun die Wahl, entweder in der Wohnung zu bleiben oder diese gemeinsam mit dem anderen Ehegatten zu kündigen. Für diese Entscheidung ist ihm eine dreimonatige Überlegungsfrist einzuräumen. Im Falle einer Kündigung muss sich der Ehegatte, der die Wohnung verlassen hat, bis zum Ablauf der Überlegungsfrist und auch der Kündigungsfrist an den Mietkosten beteiligen. Von einer solchen Beteiligungspflicht ist auch auszugehen, wenn die Eheleute die Wohnung sofort nach der Trennung kündigen. Die Höhe der Beteiligung betrifft aber nicht die gesamte Miete. Vorab ist der Anteil der Miete in Abzug zu bringen, den der in der Wohnung verbleibende Ehegatte für die Nutzung einer anderweitigen, kleineren Wohnung ohnehin aufwenden müsste. Nur der überschießende Teil der Miete muss dann hälftig geteilt werden. Nutzt der Ehegatte die Wohnung hingegen nach Ablauf der Überlegungsfrist weiter, so muss er die komplette Miete tragen, da keine „aufgezwungene Wohnsituation“ mehr vorliegt.

 

Eheleute sollten im Falle einer Trennung daher frühzeitig klären, wer in der Wohnung verbleibt oder ob sie die Wohnung aus Kostengründen nicht doch besser kündigen.

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