Testament machen ist sinnvoll (2. Teil)

In der letzten Woche haben wir beschrieben, welche unerwarteten und erwünschten Folgen es haben kann, wenn kinderlose Ehepaare kein Testament machen. Das Gleiche gilt für eingetragene Lebenspartnerschaften.

Massive Streitigkeiten unter den Erben können aber auch entstehen, wenn einer der Ehepartner (oder beide) Kinder aus früheren Ehen haben. Viele Ehepartner stellen sich nämlich vor, dass alle Kinder aus den verschiedenen Ehen zu gleichen Teilen erben würden, wenn einer der Ehepartner oder eventuell sogar beide sterben sollten. Dies ist aber nicht so:

Ohne Testament erbt der längstlebende Ehepartner mit den Kindern des Verstorbenen in Erbengemeinschaft. Die Kinder des Längstlebenden erben dagegen nichts. Stirbt auch der längstlebende Ehepartner, erben nur dessen Kinder, die Kinder des zuerst Verstorbenen nichts. Gemeinsame Kinder erben mit dem Längstlebenden in Erbengemeinschaft.

Wenn einer der Ehepartner sehr vermögend ist und der andere nicht, kann dies unerwünschte Folgen haben und eben zu Erbstreitigkeiten unter den Kindern aus den verschiedenen Ehen führen.

Wenn diese Erbfolgen so nicht gewollt sind, etwa alle Kinder ungefähr das gleiche erben sollen, sollten die Ehepartner unbedingt ein Testament machen, wonach sie sich zunächst wechselseitig zu Alleinerben einsetzen und hinsichtlich der Kinder Regelungen vorsehen, die ihrem Willen auch entsprechen. Hierbei sollte fachkundige Hilfe gesucht werden, um zu vermeiden, dass die Bestimmungen in einem eigenhändigen Testament unklar oder sogar unwirksam sein sollten.