Mütterrente, die II.

Der Gesetzgeber hat ab dem 01.01.2019 mit der Mütterrente II die Bewertung von Erziehungszeiten für Kinder, die vor dem 01.01.1992 geboren worden sind, erhöht. Ursprünglich wurden nur die ersten 12 Monate nach der Geburt an Erziehungszeit mit einem Entgeltpunkt berücksichtigt. Zum 01.07.2014 wurde dies auf 24 Monate und somit zwei Entgeltpunkte ausgedehnt. Jetzt gibt es einen weiteren Zuschlag von 6 Monaten und damit einen halben Entgeltpunkt pro Kind dazu, sofern die Voraussetzungen nach Paragraph 56 SGB V erfüllt sind. Dies entspricht bis rund 192 Euro Rente je Kind pro Jahr. Für alle ab dem 01.01.1992 geborenen Kinder werden die ersten drei Jahre nach der Geburt mit drei Entgeltpunkten auf dem Rentenkonto berücksichtigt. Durch die Neuregelung können vor allem solche Mütter profitieren, die bislang die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren oder die erforderliche Wartezeit für eine abschlagsfreie Rente nicht erfüllt haben. Denn Kindererziehungszeiten sind echte Pflichtbeitragszeiten, so dass der Elternteil, der zwei vor 1992 geborene Kinder erzogen hat, jetzt doch noch einen Anspruch auf eine Rente haben könnten. Für diesen Fall sollte die Rente aber spätestens bis zum 30.04.2019 beim Rentenversicherungsträger beantragt werden, damit der oder die Betreffende noch rückwirkend zum 01.01.2019 die Rente erhält. Wird die Rente erst später beantragt, wird sie erst ab dem Monat der Antragstellung gewährt.

Im Regelfall ist für die Umsetzung der Mütterrente II allerdings sonst nichts zu veranlassen.

Möglicherweise wirkt sich die Neuregelung auch auf den bei geschiedenen Eheleute durchgeführten Versorgungsausgleich aus. Dies könnte insbesondere der Fall sein, wenn durch die Mütterrente I die erforderliche Wesentlichkeitsgrenze noch nicht überschritten war und nun die Voraussetzungen für eine Abänderung mit Einführung der Mütterrente II vorliegen. Ob eine Abänderung wirklich lohnt, sollte im Einzelfall vorab geprüft werden.

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