Minijobs und Midijobs

Was ein Minijob ist, weiß heute fast jeder: Nämlich ein Arbeitsverhältnis, bei dem die Verdienstgrenze auf maximal 450,00 Euro pro Monat begrenzt ist. Diese Arbeitsverhältnisse sind nicht sozialversicherungspflichtig; Minijobber sind also durch ihr Arbeitsverhältnis nicht gesetzlich krankenversichert und nicht arbeitslosenversichert, aber unfallversichert und teilweise rentenversichert.

Daneben gibt es aber zusätzlich den Midijob: Hier hat der Gesetzgeber die maximale Verdienstgrenze ab 01.07.2019 von bis dahin 850,00 Euro auf 1.300,00 Euro monatlich angehoben, wodurch Millionen Arbeitnehmer plötzlich zu Midijobbern wurden, die bisher in einem regulären Arbeitsverhältnis standen.

Midijobber sind wie reguläre Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig, allerdings sind die Beiträge für Arbeitnehmer in der Regel geringer: Je nachdem, wie viel der Arbeitnehmer in der (früher) sogenannten Gleitzone (heutiger Begriff: Übergangsbereich) zwischen 450,01 Euro und 1.300,00 Euro monatlich verdient, steigen die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung auf das Niveau von regulären Arbeitsverhältnissen, also auf ca. 20 Prozent monatlich.

Die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Sozialversicherung sind dagegen nicht reduziert, belaufen sich also immer auf ca. 20 Prozent monatlich.

Minijobber werden bundesweit bei der Knappschaft Bahn-See angemeldet, die die Pauschalgebühren vereinnahmt. Midijobber müssen vom Arbeitgeber bei der individuellen Krankenkasse des Arbeitnehmers angemeldet werden, die alle Sozialversicherungsbeiträge einzieht.

Haben Arbeitnehmer mehrere geringfügige Arbeitsverhältnisse, werden alle Gehälter zusammengerechnet und von der Summe der Gehälter hängt es ab, ob die Arbeitnehmer noch Minijobber oder Midijobber oder voll versicherungspflichtige Arbeitnehmer sind. Da der Arbeitgeber seine Mitarbeiter korrekt anmelden und die Sozialversicherungsbeiträge korrekt abführen muss, sind die Arbeitnehmer verpflichtet, ihrem Arbeitgeber mehrere geringfügige Arbeitsverhältnisse nebst dortigem Verdienst mitzuteilen. Stellt sich nämlich nachträglich heraus, dass der Arbeitnehmer die genannten Verdienstgrenzen überschritten hat, muss der Arbeitgeber die zu wenig entrichteten Beiträge nachzahlen, kann diese aber nur für drei Monate rückwirkend vom Arbeitnehmer zurückverlangen. Der große Vorteil für Midijobber liegt darin, dass diese im Gegensatz zu Minijobbern volle Rentenansprüche erwerben, obwohl sie in aller Regel wesentlich weniger in die Sozialversicherung einbezahlt haben.

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