Die Vaterschaftsanfechtung

Wer nach dem Gesetz als der Vater des Kindes gilt, kann die Vaterschaft anfechten, wenn berechtigte Zweifel an der Vaterschaft bestehen. Vater des Kindes ist der Mann, der bei Geburt des Kindes mit der Mutter des Kindes verheiratet ist oder wer die Vaterschaft anerkannt hat.

Die Anfechtung muss innerhalb von zwei Jahren beim zuständigen Gericht eingereicht werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Anfechtungsberechtigte von Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen, frühestens jedoch mit der Geburt des Kindes. Kann der Scheinvater Umstände, die erhebliche Zweifel an der Vaterschaft begründen, nachprüfbar vortragen, wird das Gericht ein Abstammungsgutachten einholen. Ergibt sich aus dem Gutachten, dass die Vaterschaft ausgeschlossen ist, ergeht ein entsprechender Beschluss. Mit Rechtskraft der Entscheidung entfällt rückwirkend auf den Tag der Geburt des Kindes die Vaterschaft des Antragstellers. Das Kind ist dann vaterlos bis zur Anerkennung oder gerichtlichen Feststellung eines „neuen“ Vaters. Anstelle eines Anfechtungsverfahrens besteht auch die Möglichkeit, von Mutter und Kind die Einwilligung in eine genetische Abstammungsuntersuchung zu verlangen. Das Ergebnis der Untersuchung selbst hat aber keine Wirkung auf den Vaterschaftsstatus. Hierzu ist wieder das Vaterschaftsanfechtungsverfahren erforderlich.

Nicht nur der Scheinvater, sondern auch die Mutter des Kindes sowie das Kind selbst sind anfechtungsberechtigt. Wurde die Vaterschaft nicht rechtzeitig angefochten, kann das Kind auch noch nach Eintritt der Volljährigkeit innerhalb von zwei Jahren die Vaterschaft anfechten. Die Frist beginnt zu dem Zeitpunkt, in dem das Kind von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen, frühestens mit Eintritt der Volljährigkeit.

Mit Entfallen der Vaterschaft entfällt auch die Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Kind und zwar rückwirkend auf den Tag der Geburt. Hierzu mehr im nächsten Rechtstipp.

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