Die unbestellte Ware

Man erhält plötzlich ein Paket mit Ware, die man nicht bestellt hat. Was ist zu tun?

Grundsätzlich kann der Versender die unbestellte Lieferung nicht zurückfordern und auch keine sonstigen Ansprüche gegen den Empfänger geltend machen. Dies ergibt sich aus Paragraph 241a BGB. Die Vorschrift gilt aber nur für Verbraucher. Wird Ware verschickt, die dem gewerblichen Bereich des Empfängers zuzuordnen wäre, gilt Paragraph 241a BGB nicht. In diesem Fall kann der Verkäufer die Ware zurückverlangen. Aber auch Verbraucher können sich auf die Vorschrift nicht berufen, wenn die Ware erkennbar einem falschen Empfänger zugesandt worden ist oder der Verkäufer nur irrtümlich von einer Bestellung ausgegangen ist oder eine bestellte Ware versehentlich doppelt geliefert hat. Dann muss der Verkäufer das Paket auf seine Kosten wieder abholen lassen. Ansonsten gilt, dass der Empfänger die Lieferung nicht zurückschicken und auch nicht bezahlen muss. Er kann sie einfach behalten oder aber auch entsorgen, da ein Kaufvertrag nicht zustande gekommen ist. Die bloße Annahme des Pakets reicht für den Abschluss des Kaufvertrages nicht aus, auch wenn der Versender der Ware darauf hinweist, dass der Kaufvertrag als abgeschlossen gilt, sofern die Ware nicht zurückgesandt wird. Der Abschluss des Kaufvertrages erfordert eine ausdrückliche Erklärung oder Handlung des Empfängers gegenüber dem Verkäufer, dass er das Verkaufsangebot annimmt. Bezahlt der Empfänger die Ware, ist allerdings von dem Abschluss eines Kaufvertrages auszugehen. Der Empfänger kann sich dann im Nachhinein nur noch vom Vertrag lösen und sein Geld zurückfordern, indem er innerhalb von zwei Wochen ab Vertragsschluss von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht. Will man die unbestellte Lieferung Retour schicken, ist vom unfreien Rückversand abzuraten. Nimmt der Empfänger die Ware nicht an, bleibt man auf den Versandkosten sitzen.

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