Der Unterhaltsvorschuss

ist eine finanzielle Stütze für Alleinerziehende unter nachstehenden Voraussetzungen:

Einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss haben Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres, wenn der sie betreuende Elternteil ledig, verwitwet oder geschieden ist oder vom Ehegatten dauernd getrennt lebt und zwar unabhängig vom Einkommen des betreuenden Elternteils.

Weitere Voraussetzung ist, dass die Kinder keinen oder jedenfalls nicht regelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil oder Waisenbezüge in einer bestimmten Mindesthöhe erhalten.

Für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren ist zusätzliche Voraussetzung, dass sie selbst nicht auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind oder der betreuende Elternteil im SGB-II Bezug ein monatliches Bruttoeinkommen von mindestens 600 Euro erzielt. Der Antrag ist schriftlich bei der Unterhaltsvorschusskasse einzureichen.

Die Höhe der Leistung ist an den Mindestunterhalt gekoppelt. In Abzug gebracht wird das komplette Kindergeld, so dass für Kinder zwischen 0-5 Jahren 160,00 €, für Kinder zwischen 6-11 Jahren 212,00 € und für Kinder zwischen 13 und 17 Jahren 282 € Unterhaltsvorschuss gewährt wird.

Ausgeschlossen ist der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bei Heirat des betreuenden Elternteils oder wenn die Eltern das sogenannte „Wechselmodell“ durchführen oder die Eltern eine wirksame Freistellungsvereinbarung getroffen haben. Von einer solchen ist auszugehen, wenn zum Beispiel je ein Kind von einem Elternteil betreut wird („aufgeteilte“ Kinder). Dies setzt jedoch wiederum voraus, dass der Elternteil hinsichtlich des zu zahlenden Unterhalts leistungsfähig ist. Ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss kann auch dann ausgeschlossen sein, wenn der betreuende Elternteil gegenüber der Unterhaltsvorschusskasse seinen Mitwirkungspflichten nicht nachkommt.

Zu beachten ist im Einzelfall, dass der Bezug von Unterhaltsvorschuss unter Umständen zum Wegfall des Anspruchs auf Wohngeld oder Kinderzuschlag führen kann. Entfallen beide Sozialleistungen, besteht auch kein Anspruch mehr auf das Bildungs- und Teilhabepaket.

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