Der Mieter stirbt -Was nun?

Der Mieter einer Wohnung verstirbt. Gibt es einen weiteren Mieter, wird das Mietverhältnis mit diesem allein fortgesetzt. Der überlebende Mieter kann innerhalb eines Monats ab Kenntnis vom Tod des Mieters das Mietverhältnis kündigen. Lebt der Ehegatte, leben Kinder oder andere Angehörige in einem gemeinsamen Haushalt des Verstorbenen, so treten diese in das Mietverhältnis ein, wenn sie die Fortsetzung des Mietverhältnisses gegenüber dem Vermieter nicht innerhalb eines Monats ablehnen. Der Ehegatte ist allerdings gegenüber den Kindern und anderen Angehörigen vorrangig eintrittsberechtigt. Gibt es weder einen Ehegatten noch sonstige Personen, die das Mietverhältnis fortführen, wird das Mietverhältnis gemäß Paragraf 564 BGB mit den Erben des Verstorbenen fortgesetzt, es sei denn, das Erbe wird ausgeschlagen. Erbe und Vermieter sind dann jeweils berechtigt, das Mietverhältnis innerhalb eines Monats außerordentlich mit der gesetzlichen Frist zu kündigen, nachdem sie vom Tod des Mieters und davon Kenntnis erlangt haben, dass keine der oben genannten Personen in das Mietverhältnis eintritt. Die Frist für den Erben beginnt erst mit Kenntnis seiner Erbenstellung zu laufen.

Mit dem Eintritt ins Mietverhältnis, haftet der Erbe für alle aus dem Mietverhältnis resultierenden Verbindlichkeiten, wie etwa bestehende Mietschulden oder auch für eine erst nach dem Tod fällig werdende Nachforderung aus der Betriebskostenabrechnung. Der Erbe haftet sowohl aus dem Nachlass als auch aus seinem eigenen Vermögen. Dem Erben ist es aber auch möglich, seine Haftung grundsätzlich rückwirkend auf den Nachlass zu beschränken, wenn z. B. auf seinen Antrag eine Nachlassverwaltung angeordnet wird. Der Erbe verliert in diesem Falle seine Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über die Mietsache. Diese erhält nun der Nachlassverwalter, an den sich auch der Vermieter wenden muss.

19.02.2020 von Rechtsanwältin Sylvia Ottens