Der Kinderbonus

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Konjunkturpaketes unter anderem auch den sogenannten Kinderbonus beschlossen. Für jedes kindergeldberechtigte Kind soll es einmalig 300,00 Euro zusätzlich geben. Der genaue Auszahlungszeitpunkt steht noch nicht fest. Geplant ist eine Auszahlung in drei Teilbeträgen von je 100,00 Euro monatlich.

Bei getrennt lebenden Eltern soll derjenige den Bonus erhalten, dem auch das Kindergeld ausgezahlt wird. Das ist in der Regel der Elternteil, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Zahlt ein Elternteil Kindesunterhalt, wird der hälftige Betrag des Kindergeldes auf den zu leistenden Unterhaltsbetrag angerechnet. Ob dies nun auch für den Kinderbonus gelten wird, bleibt noch abzuwarten. Übernehmen getrennt lebende Eltern die Betreuung ihrer gemeinsamen Kinder zeitlich zu gleichen Anteilen – sogenanntes Wechselmodell -, steht jedem Elternteil der hälftige Anteil des Kindergeldes zu, welches auf die Betreuungsleistung fällt, also faktisch ein Viertel des Kindergeldbetrages. Diesen Anteil kann der Elternteil vom anderen Elternteil beanspruchen, der das Kindergeld ausgezahlt erhält. Die andere Hälfte des Kindergeldes deckt den Barunterhaltsbedarf. Die Aufteilung dieses Kindergeldanteils erfolgt entsprechend der Einkommensverhältnisse. Möglicherweise wird dies auch beim Kinderbonus so sein.

Der Bonus soll mit dem Kinderfreibetrag bei der Steuererklärung verrechnet werden, so wie das Kindergeld auch. Dies führt dazu, dass Familien mit niedrigeren und mittleren Einkommen vom Kinderbonus mehr profitieren, als solche mit höheren Einkommen. Zusätzlich zum Kinderbonus sollen Alleinerziehende steuerlich entlastet werden. Derzeit beträgt der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende 1.908,00 Euro. Für dieses und nächstes Jahr soll der Betrag auf 4.000,00 Euro angehoben werden. Für Familien, die auf Grundsicherung angewiesen sind, soll der Kinderbonus in voller Höhe ausgezahlt werden. Eine Anrechnung erfolgt nicht.

Bevor das Konjunkturpaket und damit auch der Kinderbonus in Kraft treten, müssen Bundesrat und Bundestag dem noch zustimmen.

Rechtsanwältin Sylvia Ottens, 10. Juni 2020

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