Das Wechselmodell und die unterhaltsrechtlichen Folgen

Im Falle einer Trennung oder Scheidung ist hinsichtlich der Kinderbetreuung das sogenannte Residenzmodell gesetzlich verankert,  wonach der eine Elternteil Barunterhalt leistet und der andere Elternteil die überwiegende Betreuung des Kindes übernimmt.

Abweichend hiervon wird immer öfter das sogenannte Wechselmodell praktiziert, bei dem die Eltern die Kinderbetreuung zu gleichen Teilen übernehmen. Die Barunterhaltsverpflichtung der Eltern gegenüber ihren Kindern entfällt hierdurch aber nicht. Zwar stehen sich gemäß Paragraph 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB Bar- und Betreuungsunterhalt grundsätzlich gleichwertig gegenüber, aber beim Wechselmodell ist der Bedarf des Kindes der Düsseldorfer Tabelle auf der Grundlage der zusammengerechneten Einkünfte beider Eltern zu entnehmen und umfasst außerdem die infolge des Wechselmodells entstehenden Mehrkosten, wie zum Beispiel Fahrtkosten oder zusätzliche Wohnkosten. Unter Berücksichtigung des jeweils angemessenen Selbstbehaltes, muss der besser verdienende Elternteil mehr zum Unterhalt des Kindes beitragen als der finanziell schwächere Elternteil. Zudem ist die Unterhaltspflicht auf den Betrag begrenzt, den der Unterhaltspflichtige bei alleiniger Unterhaltshaftung auf der Grundlage seines Einkommens zu zahlen hätte (Düsseldorfer Tabelle). Das nur an einen Elternteil ausgezahlte Kindergeld wird zur Hälfte auf den Barbedarf des Kindes angerechnet und nach dem Maßstab der elterlichen Einkommensverhältnisse auf die Eltern verteilt. Die auf die Betreuungsleistung entfallende Kindergeldhälfte steht beiden Elternteilen infolge der gleichwertigen Betreuungsleistungen zu gleichen Teilen (also zu je einem Viertel) zu.

Anstelle einer komplexen Unterhaltsberechnung können die Eltern auch einfachere Regelungen treffen. Zum Beispiel durch Einrichtung eines Kinderkontos, auf das der Besserverdienende für die gemeinsamen Ausgaben entsprechend mehr einzahlt, als der geringer verdienende Elternteil. Egal welche Regelung die Eltern treffen, sollte der Anteil des Unterhalts die unterschiedliche Leistungsfähigkeit berücksichtigen und hier einen Ausgleich schaffen.

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