Das Vermächtnis und der Testamentsvollstrecker

Durch ein Vermächtnis kann der Erblasser in seinem Testament einem Dritten, der nicht Erbe werden soll, einen Vermögenswert zukommen lassen, etwa die goldene Uhr des Erblassers, ein Schmuckstück der Erblasserin, einen Geldbetrag oder sogar eine Immobilie.

 

So kann z.B. verfügt werden, die Kinder XYZ sollen Erben werden zu gleichen Teilen, der Tierschutzverein soll aber 10.000,00 € erhalten.

 

Der Anspruch des Vermächtnisnehmers richtet sich, genau wie der Anspruch des Pflichtteilsberechtigten, gegen die Erben, die zur Erfüllung des Vermächtnisses verpflichtet sind, also z.B. zur Herausgabe der goldenen Uhr. Da der Vermächtnisnehmer eben kein Erbe ist, kann er auch keinen Erbschein beantragen. Die Zuwendung, die er erhält, unterliegt aber der Erbschaftsteuer. Diese richtet sich nach der Höhe der Zuwendung und nach der verwandtschaftlichen Nähe zum Erblasser.

 

Weigern sich die Erben, das Vermächtnis zu erfüllen, kann der Anspruch durch Klage gegen die Erben durchgesetzt werden unter Bezugnahme auf das Vermächtnis, worüber der Vermächtnisnehmer in der Regel vom Nachlassgericht informiert wird. Will der Erblasser sicherstellen, dass die Vermächtnisse auch erfüllt werden, kann er im Testament anordnen, dass vom Gericht ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden soll, dessen Aufgabe es dann ist, den Willen des Erblassers von A – Z umzusetzen. Der Anspruch des Vermächtnisnehmers, den dieser von sich aus geltend machen muss, verjährt in drei Jahren.

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