Wie soll das Kind denn heißen?

Haben die Eltern bei der Geburt des Kindes einen Ehenamen, so erhält das Kind den Namen seiner Eltern als Geburtsname, auch wenn die Eltern bei der Geburt bereits geschieden sind.

Haben die Eltern keinen gemeinsamen Namen, müssen sie sich, sofern sie gemeinsam sorgeberechtigt sind, auf einen Geburtsnamen für ihr Kind einigen, indem sie den Namen der Mutter oder des Vaters zum Geburtsnamen bestimmen. Unzulässig ist die Vergabe eines Doppelnamens zusammengesetzt aus ihren jeweiligen Familiennamen.

Eine einmal getroffene Namenswahl ist auch für die nachfolgenden Kinder bindend, auch wenn ein Kind später adoptiert wird. Können die Eltern sich nicht auf einen Namen einigen, überträgt das Familiengericht das Bestimmungsrecht einem Elternteil und damit die Entscheidung, ob das Kind den Namen der Mutter oder des Vaters als Geburtsnamen haben soll.

Sind die Eltern nicht gemeinsam sorgeberechtigt, erhält das Kind mit der Geburt kraft Gesetzes den Namen des allein sorgeberechtigten Elternteils. Allein sorgeberechtigt im Zeitpunkt der Geburt des Kindes ist in der Regel die nicht verheiratete Mutter. Die Mutter kann dem Kind nachträglich den Namen des Kindesvaters erteilen, wenn dieser einverstanden ist. Begründen die Eltern nach der Geburt die gemeinsame elterliche Sorge zum Beispiel durch eine Erklärung, kann nur binnen drei Monaten eine gemeinsame Namensänderung erfolgen. Heiraten die Eltern nach der Geburt des Kindes und nehmen einen Ehenamen an, so wird dieser automatisch Geburtsname des Kindes. Ist das Kind in den vorgenannten Fällen schon fünf Jahre alt, muss es sich der Namensänderung anschließen. Die Erklärung erfolgt durch den gesetzlichen Vertreter. Da der einmal gewählte Geburtsname grundsätzlich unwiderruflich ist, sollte die Namenswahl gut überlegt sein. Änderungen sind nur in Ausnahmefällen oder gegebenenfalls auch bei einer sogenannten Einbenennung von Stiefkindern möglich.

24.01.2020 von Rechtsanwältin Sylvia Ottens